Pädagogik

Glaubensserie

Wann setzt sich endlich die von Manipulation freie Pädagogik durch?

Wann setzt sich endlich die von Manipulation freie Pädagogik durch? Wann der objektive Unterricht, bei dem der Lehrer keine persönlichen Überzeugungen und keine subjektiven Meinungen mehr verbreiten darf? Und wann dürfen Schüler entscheiden, in welchen Fächern sie nicht unterrichtet werden möchten, und welche Stoffe zu behandeln sind? Ja, wann dürfen Schüler endlich ihre Lehrer wählen und benoten?  

Jahrhunderte hindurch war die Erziehung darauf ausgerichtet, wehrlose Kinder so zu formen, wie die Erwachsenen hätten werden sollen. Man brachte Kindern ein von den Kultusministerien für unentbehrlich gehaltenes Wissen bei. Man gab Jugendlichen Kenntnisse in den alten Mythologien und Sprachen oder die Antworten aus dem Katechismus mit, und verlangte, dass sie sich die Jahreszahlen gewonnener oder verlorener Schlachten merken, dazu mathematische Formeln und ausgewählte Klassikertexte. Was Zweifel oder Fragen hätte auslösen können, wurde häufig weggelassen. Man bot purgierte Texte und ein vor Missdeutungen geschütztes Wissen. Am Ende lieferten die Schulen Generationen ab, die sich gehorsam zeigten und wenig Neigung, bei der Gestaltung der Gesellschaft mitzumischen, sondern zufrieden waren, wenn sie mit Anstand ihr Leben leben konnten. 

Bis heute versichern die Schulen den Schülern: „dass sie nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen!“ Die Schüler aber haben wie eh und je den Eindruck, dass sie lernen, was man wissen, nicht aber wie man leben soll.


P. Walter Rupp, SJ