Argentinienmissionar Josef Marx SVD (74) verstarb unerwartet

22.06.2009

Argentinien/ Deutschland - Er war ein unermüdlicher, rastloster Seelsorger und Entwicklungshelfer

Am 22.06.2009 verstarb in Ruíz de Montoya, Argentinien, der Steyler Missionar P. Josef Marx SVD. Die Nachricht von seinem unerwarteten Heimgang zum himmlischen Vater erreichte uns am Todestag gegen 15.00 Uhr durch ein Telefonat seines Mitbruders und Freundes P. Jorge Matussek.  

Wer das Glück hatte, P. Marx zu begegnen, weiß um sein rastloses Wirken und Schaffen im Weinberg des Herrn in Argentinien. Wer denkt nicht am Ende seines irdischen Lebens an das Wort des heiligen Augustinus "Unruhig ist unser Herz bis es ruht in Dir." Noch zu Pfingsten hat er uns einen Rundbrief geschickt, wie immer mit sinnigen Zitaten und guten Nachrichten. Er berichtet über Eier, die die Henne in den letzen 6 Monaten gelegt hat in den Indianerdörfern Tecuamiri und Yakutinga, im Forschungszentrum San Ambrosius, in Azara und vom Radio, das jetzt über Internet in der ganzen Welt zu hören ist.

Er hatte Pläne für seinen 75. Geburtstag und auch weiter: "So Gott will, werden die ersten Indianer zu meinem 80sten Geburtstag im Jahre 2014 das Abitur erlangen".

 

P. Josef Marx ist am 26.08. 1934 in Deutsch Rasselwitz, Oberschlesien geboren. Sein ganzes Leben lang blieb in ihm die Liebe zur Heimat erhalten. Das zeigten seine Reisen in die alte Heimat mit Freunden und Verwandten. Wenn er mit seinen Besuchern aus Deutschland durch die Weiten von Misiones fuhr, verglich er die Landschaft dort oft mit dem Weserbergland, wo er und seine Verwandten nach dem Krieg eine neue Heimat fanden.  

Als 15-jähriger begann er in St. Josef/Geilenkirchen das Gymnasium bei den Steyler Missionaren. 1955 schloss er in Bad Driburg mit dem Abitur ab. Es folgten Noviziat und philosophisch-theologische Studien in Sankt Augustin, wo er 1961 zum Priester geweiht wurde. Nach seinem Pastoraljahr in München begann er seine Missionsarbeit in der Pfarrei St. Franziskus in Mexiko; er war Seelsorger und lernte hier das Genossenschaftswesen kennen.  

1965 kam er nach Argentinien. Hier in Misiones brachte er die Idee der Genossenschaften ein und gründete die erste Kooperative für die Stärkeproduktion aus Maniok. Gleichzeitig führte er einen neuen Schultyp, die so genannten EFA's (Esucela de la Familia Agricola) ein, den er in der Provinz Santa Fé kennen gelernt hatte. Diese inzwischen über 20 Schulen (darunter je eine dem heiligen Arnold Janssen und Josef Freinademetz geweiht) ermöglichten es vielen Kindern der Landbevölkerung eine allgemeine Schulbildung mit landwirtschaftlichem Hintergrundwissen zu erhalten und auch die Eltern in den Bildungsprozess einzubeziehen.  

Sein Eifer im Weinberg des Herrn kannte keine Grenzen und schloss niemanden aus. Seine Seelsorge war immer auch Leibsorge. Sein Missionarsleben war ein Leben für die Rechte und das Wohl der Indianer. Es war ihm immer ein Anliegen, dass die europäisch-stämmigen Immigranten und die Guraní-Indianer in Misiones friedlich zusammenleben. Er setzte sich für die Rechte der Landarbeiter und ihrer Familien ein. So gründete er auch die zweisprachigen Schulen der Indianer. In seinem missionarischen Dienst und in den immer neuen Initiativen für die Menschen vergaß er die Sorge für sich selber.

Er lebte den Grundsatz seines Ordensgründers, und scheute sich nicht, einen Bau anzufangen, auch wenn das Geld dafür noch in den Taschen der Wohltäter war. Wenn er es für richtig erachtete, begann er mit dem Bau einer Schule und vertraute in seinem unerschütterlichen Glauben darauf, dass er das Werk mit Gottes Hilfe vollenden kann.  

Wenige Tage vor seinem Tod hatte P. Marx Besucher aus Deutschland in seinem Haus in Ruíz de Montoya. Am Morgen des 22.06.2009 nach dem Aufstehen fühlte er sich schlecht und hatte Atembeschwerden. Man suchte sofort ärztliche Hilfe. Es war schon zu spät. Er verschied an einem Herzversagen. Heute Abend versammeln sich seine vielen Freunde zu einer Danksagung für sein reiches Missionsleben. Am Dienstag, 23.06. 2009, nehmen sie Abschied von ihm in Posadas, wo er auf dem Friedhof des Colegio Apostolico Virgen de Fátima seine letzte Ruhe findet.

 

Die Steyler Missionare danken ihm für sein unermüdliches und rastloses Schaffen als Priester und Missionar in Mexiko und Argentinien. Sie danken auch seinen Angehörigen, seinen Freunden und Mitarbeitern, die ihn in seiner Mission unterstützt und begleitet haben.


Alberto Klein SVD, Misioneros del Verbo Divino, Provinz Argentinien-Ost, La Rioja 1927, 3300 Posadas (Misiones)

Familie Georg Marx, Tannenkamp 2, 31177 Harsum

Gerhard Lesch SVD, Superior Delegatus, Arnold-Janssen-Str. 32, 53754 Sankt Augustin

Bruno Rehm SVD