2. Adventssonntag (A)

Liturgische Bausteine

„Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt.“

1. Lesung: Jes 11,1-10
Zwischengesang: www.antwortpsalm.de
2. Lesung: Röm 15,4-9
Evangelium: Mt 3,1-12

Zum Kantilieren des Evangeliums: www.stuerber.de


Liturgischer Gruß

Unser Herr Jesus Christus, der uns einlädt gute Früchte hervorzubringen, sei mit euch.

Einleitung

„Du hast sie ja nicht mehr alle! Merkst du nicht, wie er dich mit Füßen tritt? Wie kannst du deinem Mann noch den Koffer packen, wenn er mit seiner Freundin in Urlaub fahren will? Ich hätte den Kerl schon lange vor die Tür gesetzt.“ So, oder ähnlich, die Reaktion der Freundinnen/Freunde. 

„Vor Jahren habe ich ihm versprochen: `Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch´ (Rut 1,16). `Ich verspreche dir die Treue zu halten in guten und schlechten Tagen, in Gesundheit und Krankheit, und dich zu lieben und zu achten und zu ehren, bis der Tod uns scheidet.´ Ja, es ist nicht leicht, in diesen schlechten Tagen zu ihm und zu meinem Versprechen zu stehen. Aber was bleibt mir. – Im Grunde doch nur, ihm zu zeigen, wo er wirklich geliebt wird! …“

- Stille –

 

Kyrie-Rufe

Herr Jesus Christus, 

  • du hast uns gezeigt, dass Liebe Veränderung bewirkt. -Herr, erbarme dich.
  • Du hast uns gezeigt, dass Liebe Befreiung bewirkt. - Christus, erbarme dich.
  • Du hast uns gezeigt, dass Liebe zu wahrem Leben führt. - Herr, erbarme dich. 

 

Tagesgebet

Gott, himmlischer Vater,
immer wieder überschüttest du uns mit deiner bedingungslosen Liebe
   und lädst uns ein, es dir gleich zu tun.
Aber oft stehen wir uns mit verletztem Stolz
   oder aus purem Egoismus selbst im Weg.
An Früchte-bringen ist da nicht zu denken.
Herr, hilf uns zu tätiger Umkehr,
   damit wir bereit werden für dein Kommen und für deine Freude!
Darum bitten wir durch Jesus Christus...

 

Fürbitten

Gott, das einzige, was wir ersehnen und was uns leben lässt, ist: bedingungslos geliebt zu werden. Aber unser Leben in der Welt zeigt uns eine andere, lebensfeindliche Realität. Wir bitten dich:  

  • In vielen Ländern der Erde bekämpfen sich die Menschen aufgrund fehlender Toleranz, aus Egoismus, aus wirtschaftlichen Gründen. Herr, lass Frieden werden - A: und fange bei uns an.
  • In unserer Welt sind die Güter ungleich verteilt und die Ressourcen der Erde werden ausgebeutet, Lebensraum wird zerstört. Herr, lass Gerechtigkeit walten – 
  • In unserem Land werden Angst und Hass geschürt, Menschen, die eine Heimat suchen, weil es zu Hause für sie und ihre Familien keine Hoffnung gibt. Herr, öffne unsere Herzen für die Not der Menschen –
  • In unserer Welt wird die Würde der Frau so oft mit Füßen getreten, sie werden vergewaltigt, als Menschen zweiter Klasse angesehen und nicht so entlohnt, wie es gerecht wäre. Herr, beende du diese unhaltbaren Zustände – 
  • In unserer Welt lebt dein Volk zum Zeugnis der frohen Botschaft und oft genug vergisst sie deinen Auftrag und dreht sich mit Vorschiften, Geboten und der Tradition um sich selber. Herr, dein Geist wehe kraftvoll in unserer Kirche – 
  • In unserer Welt regiert vieles, was den Tod zur Folge hat: Vergessen, Gleichgültigkeit, fehlender Respekt … Herr, führe du das Leben zum Sieg –

Ja, barmherziger Gott, fang bei uns an und die Welt um uns herum wird sich ändern: Verdorrtes wird wieder grün, trockene Samen in der Erde werden durch den Tau deines Geistes aufbrechen und Ströme lebendigen Wassers werden Freude und Hoffnung verbreiten. Dir sei Lob und Dank in Ewigkeit.

 

Gabengebet

Vater der Menschen,
Brot und Wein haben wir zum hl. Opfer bereitet.
Sie sind Zeichen unserer Bereitschaft,
   uns wieder neu auf dich einzulassen
   um mit dir die Welt lebenswerter zu gestalten.
Darum bitten wir dich:
Nimm unsere Gaben entgegen
   und wandle sie für uns zum Quell der Liebe und der Versöhnung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn...

 

Hochgebet - Dank für die Gnade der Umkehr

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir zu danken, Gott, heiliger Vater.
Du hörst nicht auf,
uns zur Fülle des Lebens zu rufen.
Du bist ein Gott der Güte und des Erbarmens.
Darum bietest du uns Sündern
ständig Verzeihung an.
Du lädst uns ein,
dass wir uns ganz deiner Gnade anvertrauen.
Obwohl wir deinen Bund
so oft gebrochen haben,
hast du dich nie von uns abgewandt.
Durch deinen Sohn,
unseren Herrn Jesus Christus,
hast du die Menschheit
so eng mit dir verbunden,
dass sie nie mehr von dir getrennt werden kann.
Nachdem du immer wieder
die Zeit der Gnade und Versöhnung
deinem Volk anbietest,
kehren wir unsere Herzen zu dir
und atmen auf in Christus.
Du nimmst ja die Hingabe
aller Menschen entgegen,
wenn sie sich immer mehr
dem Heiligen Geist überlassen.
Dafür bringen wir unseren Dank
und unsere Bewunderung vor dich.
In Gemeinschaft mit den
unzähligen Scharen des Himmels
preisen wir die Macht deiner Liebe
und bekennen voll Freude:  

Sanktus

Gott, von Anbeginn der Welt
schenkst du uns Menschen
durch dein Wirken deinen Segen,
damit wir heilig werden,
wie du heilig bist.
Wir bitten: Schau auf dein
hier versammeltes Volk.
Gieße die Kraft deines Geistes aus,
damit diese Gaben für uns
zum Leib † und Blut
deines lieben Sohnes Jesus Christus werden,
in dem wir deine Söhne und Töchter
geworden sind.

Als wir verloren waren
und dir nicht mehr nahen konnten,
hast du uns eine so große Liebe geschenkt:
Dein Sohn, der einzige Gerechte,
hat sich ausgeliefert in unsere Hände.
Er schreckte nicht davor zurück,
sich ans Kreuz heften zu lassen.
Seine zwischen Himmel und Erde
ausgebreiteten Arme sollten
zum unvergänglichen Zeichen
deines Bundes mit uns werden.

Doch zuvor wollte er
mit seinen Jüngern Ostern feiern.
Beim Mahl nahm er das Brot,
sagte dir Dank
und sprach den Segen,
brach es und gab es ihnen
mit den Worten:

NEHMET UND ESSET ALLE DAVON.
DAS IST MEIN LEIB,
DER FÜR EUCH HINGEGEBEN WIRD.

Jesus wusste, dass sein
am Kreuz vergossenes Blut
alles zur Versöhnung bringen werde.
Darum nahm er in gleicher Weise
nach dem Mahl den Kelch mit Wein,
sagte wiederum Dank
und gab ihn seinen Freunden
mit den Worten:

NEHMET UND TRINKET ALLE DARAUS.
DAS IST DER KELCH DES NEUEN
UND EWIGEN BUNDES,
MEIN BLUT, DAS FUR EUCH
UND FÜR ALLE VERGOSSEN WIRD
ZUR VERGEBUNG DER SÜNDEN.
TUT DIES ZU MEINEM GEDÄCHTNIS.

Geheimnis des Glaubens. 

Akklamation

Gott, wir begehen
das Gedächtnis an Jesus Christus.
Er ist unser Osterlamm
und unser zuverlässiger Friede.
Wir feiern sein Sterben
und seine Auferstehung
aus der Tiefe des Todes.
Wir schauen aus nach dem
glückbringenden Tag seiner Ankunft.
Du bist getreu und wahrhaftig.
Wir bringen dir jene Opfergabe dar,
die uns Menschen mit dir versöhnt.

Vater, schau gütig auf alle,
die du mit dir verbindest.
Du gewährst ihnen Anteil
an diesem einen Opfer Christi,
damit sie so in der Kraft
des Heiligen Geistes
zu dem einen Leib werden,
der keine Trennung kennt.

Bewahre du uns untereinander
in der Gemeinschaft
des Sinnes und Herzens
mit unserem Papst Franziskus
und unserem Bischof N..

Denke an all die Menschen
denen wir in inniger Liebe
verbunden sind,
steh uns bei,
wenn wir zugleich die Ankunft
deines Reiches bereiten
bis zu jener Stunde,
da wir vor dir stehen dürfen
in der Gemeinschaft
der Heiligen im Himmel:
mit Maria, der Mutter Jesu,
dem hl. Josef, ihrem Gatten,
mit den Aposteln und Blutzeugen
(den N.N….)
und unseren Verstorbenen,
die wir deiner Barmherzigkeit empfehlen.

Wenn du uns dann von der Wunde
des Verderbens befreit und zu
deiner neuen Schöpfung gemacht hast,
werden wir den Lobpreis
und Dank deines Gesalbten,
der ewig mit dir lebt,
im demütigen Bekenntnis
deiner Größe singen. 

Doxologie

Quelle unbekannt

 

Einleitung zum Vaterunser

Durch die Geburt Jesu Christi macht Gott selbst in der Tat deutlich, dass er unser Vater ist. Er hat seinen Sohn gesandt, damit er uns zum Bruder werde. Ein Bruder, der uns führen will zu unser aller Vater. Deshalb lehrte Jesus die Seinen dieses Gebet, an dem alle zu erkennen sind, die sich nach ihm Christen nennen: Vater unser …

 

Einleitung zum Friedensgebet

Gottes Gnade schenkt uns den Frieden in Jesus Christus, so bitten wir: Herr Jesus Christus, … und schenke uns, …

Meditation

Im Land der Brunnen 

Einst gab es ein wunderschönes Land mit vielen wasserreichen Brunnen, die darum wetteiferten, wer wohl das beste und sauberste Wasser hatte. Dabei spielte es keine Rolle, wer das meiste Wasser gab oder nicht. Nein, es war einfach eine Freude vor Glück zu sprudeln und zu erleben, wie das frische Nass andere glücklich machte und Leben ermöglichte. 

Doch eines Tages zogen schwarze Wolken auf und Zweifel über den Sinn der eigenen Existenz wurden laut. Nur einfach Brunnen, nur Dienstleister zu sein, das reichte nicht mehr. Nein, jetzt wollte man mehr. Ein Brunnen begann, er wollte nicht mehr sein, sondern haben. Andere machten es ihm nach und so kam es, dass die Brunnen mehr und mehr sich selbst verstopften. Jeder behielt argwöhnisch den Nachbarn im Auge und neidete ihm neue Errungenschaften. So kam es, dass die Brunnen nach und nach versiegten und ihre Verbindung zum Grundwasser verloren. Sie wollten und – sie konnten kein Wasser mehr geben. Den eigenen Brunnentrichter hatten sie mit der Zeit so zugemüllt, dass an eine Wasserabgabe nicht mehr zu denken, geschweige denn zu erwarten war. Die Brunnen versiegten. Die frühere Freude war dahin, Neid und Missgunst allerorts. 

Doch halt. Da war doch tatsächlich ein Brunnen sich selbst treu geblieben. Er sprudelte munter vor sich hin, seine Verbindung zum Quell bestand weiterhin und seinen Trichter hatte er frei und sauber gehalten. Zufrieden mit sich und der Welt gab er frisches, sauberes Wasser an alle, die zu ihm kamen. 

aus Argentinien; nacherzählt von © P. Karl Jansen SVD


Schlussgebet

Gott,
am Ende dieser hl. Feier bitten wir dich:
So wie du die eingangs erwähnte Ehesituation gerettet
   und zu Versöhnung geführt hast,
so lass auch uns umkehren zu dir,
   damit wir unsere Mission in der Welt wahrnehmen können
   und mit erneuertem Herzen die Ankunft deines Sohnes in der Welt erwarten.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn...

 

Die in den „Liturgischen Bausteinen“ veröffentlichten Gebete und Texte sind Alternativen zu den offiziellen Texten, die der Zelebrant immer im MB findet.

 

P. Karl Jansen SVD
 
Mt 3,10 „Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.“ 
Mt 3,10 „Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.“