17. Sonntag im Jahreskreis (B)

Liturgische Bausteine

Brotvermehrung und Teilen

1. Lesung: 2Kön 4,42-44
2. Lesung: Eph 4,1-6
Evangelium: Joh 6,1-15


Einleitung

In heutigem Abschnitt des Evangeliums geht es um Brotvermehrung und Teilen. Damit haben wir manchmal Probleme.
Dom Hélder Câmara, ein brasilianischer Erzbischof (1909-1999), schrieb:
Teilen ohne Angst
Teilst du dein Brot ängstlich,
ohne Vertrauen,
ohne Wagemut,
überstürzt,
wird es dir fehlen.
Versuch es zu teilen,
ohne an die Zukunft zu denken,
ohne zu sparen
als ein [Kind] des Herrn
über alle Ernten der Welt.

(IN: Andrea Schwarz, Wie ein Gebet sei mein Leben, Patmos Verlag 2020, S. 150.)

Kyrie

Herr Jesus Christus,
- du allein bist für uns das Brot des Lebens. Herr, erbarme dich.
- Du hilfst uns, wenn wir uns im Glauben an dich wenden. Christus, erbarme dich.
- Wir können dich nicht lieben, wenn wir untereinander zerstritten sind. Herr, erbarme dich.
 

Tagesgebet

Wir sind dir, Jesus, nachgegangen, um dein Wort zu hören, und sitzen in Reihen vor dir, weil wir doch dein Brot und deinen Fisch empfangen wollen, dich selbst, dein Licht, dein Leben, dein Verzeihen. Wir danken dir für jede Gabe und bitten dich um die Kraft, stets einander Brot zu sein. Amen.

 

Fürbitten

Herr Jesus Christus, Weggefährte und Meister unseres Lebens, wir rufen zu dir:

- Für die Suchenden und Fragenden. Lass sie das Geheimnis deiner Nähe erfahren, und mache sie bereit, deine Jünger zu werden.
- Für die Menschen, die sich für eine Neuordnung unserer Welt einsetzen: Erleuchte und ermutige sie durch deinen Geist und lehre sie, mehr auf Güte und Wahrheit als auf Gewalt ihre Hoffnung zu setzen.
- Für die Kirche, die Volk Gottes auf dem Weg ist: Lass sie demütig und mutig ihre Aufgaben angehen; gib ihr Weite und Herzlichkeit, damit sie Heimat für viele werde.
- Für unsere Angehörigen und Freunde: Birg sie in deiner Liebe und lass sie wie Schwestern und Brüder Teil der großen Menschheitsfamilie sein.
- Für uns selber: Lass uns heute wieder deine Güte erfahren durch dein Wort und dein Brot, damit wir so auch anderen Brot und Kraft werden können.

Dir, Herr Jesus, sei mit dem Vater und dem Heiligen Geist Dank und Ehre heute und in Ewigkeit. Amen.
 

Gabengebet

Unsterblicher Gott, du hast uns Brot und Wein geschenkt als Nahrung für unser vergängliches Leben. Wir bringen diese Gaben vor dein Angesicht; gib sie uns wieder als Sakrament der Unsterblichkeit durch Christus, unsern Herrn.

 

Hochgebet - „Teilen“

Präfation
Guter Gott, wir danken für dieses Brot,
Frucht der Erde
und der menschlichen Arbeit.
Es ist Zeichen
für das Lebensnot wendende,
das wir alle zum Überleben brauchen.
Wir danken für die vielen Frauen
und Männer auf der ganzen Welt,
die den Ruf der Notleidenden hören,
und uns daran erinnern,
dass das Leben für alle möglich wird
und gelingen kann,
wenn wir bereit sind,
die Güter dieser Erde
gerecht miteinander zu teilen.
Mit ihnen und allen Schwestern
und Brüdern auf der ganzen Welt,
die ihr Vertrauen auf eine menschliche Welt
der Gerechtigkeit und der Solidarität,
des Friedens und des Lebens in Fülle setzen,
danken wir dir,
loben dich und singen:
Sanctus

Gott, dein Sohn Jesus Christus,
aber auch seine Jünger und Freunde,
haben sich für die Armen
und Benachteiligten eingesetzt.
Sie haben an eine Welt geglaubt,
in der es nicht mehr oben und unten,
reich und arm geben wird.
Deshalb haben sie sich auch
mit allen an einen Tisch gesetzt
und den Menschen,
die als Sünderinnen und Sünder
ausgegrenzt wurden,
den Zöllnern, den Hungrigen,
den Kranken und den Gesundgewordenen
Brot gegeben
und Tischgemeinschaft ermöglicht,
damit sie leben konnten.

So bitten wir:
Dein Heiliger Geist komme
auf die Gaben von Brot und Wein herab
und mache sie
zum Leib + und Blut Jesu Christi.

Am Abend vor seinem Leiden
nahm Jesus einmal mehr das Brot,
brach es,
gab es seinen Freunden
und sprach:

NEHMT UND ESST ALLE DAVON,
DAS IST MEIN LEIB,
DER FÜR EUCH HINGEGEBEN WIRD.

Ebenso nahm er nach dem Mahl
den Becher mit Wein
und sagte zu ihnen:

NEHMT UND TRINKT ALLE DARAUS,
DAS IST DER BECHER
DES NEUEN UND EWIGEN BUNDES,
MEIN BLUT, DAS FÜR EUCH
UND FÜR ALLE VERGOSSEN WIRD
ZUR VERGEBUNG DER SÜNDEN.
TUT DIES ZU MEINEM GEDÄCHTNIS.

Geheimnis des Glaubens
Akklamation

Jesus hat alle dazu eingeladen.
Dies weiterhin miteinander zu tun.
Das Brot und das Lebensnotwendige miteinander zu teilen.
Damit die Lebensnot sich wende.

Wenn wir hier Brot (und Wein) miteinander teilen,
führen wir weiter,
was Jesus an befreiender und heilender
Tradition übernommen und bekräftigt hat.
Lass uns im Miteinander-Teilen
von Brot und Wein den Mut und die Kraft finden,
Trauernde zu trösten,
Gekrümmte aufzurichten,
Mutlosen beizustehen,
für Gerechtigkeit einzutreten
und unsere Hoffnung
auf ein Leben in Fülle zu setzen.

Wir bitten dich, Vater, für die Kirche:
Lass sie ihrem Auftrag treu bleiben,
dein Evangelium in dieser Welt zu verkünden.
Stärke deinen Diener, unseren Papst Franziskus,
unseren Bischof N.
und alle Frauen und Männer,
die einen Dienst in der Kirche
übernommen haben.

Treuer Gott,
wir vertrauen dir auch die Menschen an,
die wir geliebt haben und die gestorben sind.
Gib du ihnen die Heimat,
nach der wir uns sehnen.
Breite bergend
die Flügel deiner Gegenwart
über die Sterbenden.

Zusammen mit der Gottesmutter Maria,
dem heiligen Josef,
mit den Aposteln, Märtyrern
und unseren Namenspatronen,
mit allen Heiligen
loben und preisen wir dich
durch deinen Sohn Jesus Christus.
Doxologie

Vgl. Urs Eigenmann, in: HG – Texte zum Teilen von Brot und Wein, Luzern 1996
 

Einleitung zum Vaterunser

Gott wird das Werk vollenden, das er begonnen hat. Mit der Bitte „Dein Reich komme“ flehen wir um eine Welt, in der Gerechtigkeit und Friede herrschen. Deshalb lasst uns jetzt beten, wie Jesus selbst uns zu beten gelehrt hat:

 

Einleitung zum Friedensgebet

Wir leben in einer Welt der Ruhelosigkeit und des Unfriedens. Dieser Welt bietet Gott in seinem Sohn den Frieden an. Deshalb bitten wir: Herr Jesus Christus, ..., und schenke uns, …

 

Meditation

Zwanzig Laibe Gerstenbrot
Sind für dich allein!
Im ganzen Land herrscht Hungersnot
Satt kann nicht jeder sein.

Zwanzig Laibchen Gerstenbrot
Für hundert Mann?
Die schlagen sich beim Teilen tot,
damit fang ich nichts an!

Was ist das für ein Wunderbrot,
das sich beim Teilen mehrt,
uralte Angst löst vor der Not
und geben lehrt?
                                         Susanne Sandherr

Schlussgebet

Gott und Vater, du hast uns das Brot des Lebens den Kelch der Freude gereicht. Gestalte uns nach dem Bild deines Sohnes, der im Sakrament unsere Speise geworden ist, und hilf uns, Zeugen deines Reiches zu sein. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.  

 

Die in den „Liturgischen Bausteinen“ veröffentlichten Gebete und Texte sind Alternativen zu den offiziellen Texten, die der Zelebrant immer im MB findet.

 

P. Stanislaus Grodź SVD; P. Karl Jansen SVD
 
 
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